Mobilitätskonzept Messequadrant im Gemeinderat beschlossen

Der Straßenknotenpunkt Conrad-von-Hötzendorf-Straße/Fröhlichgasse ist einer der Verkehrsbrennpunkte im Bezirk Jakomini. Nach jahrelangem Tauziehen rund um die Errichtung einer Tiefgarage am Messeparkplatz in der Fröhlichgasse konnte nunmehr eine Einigung zwischen der Messe Graz und der Stadt Graz in Bezug auf die Stellplatzanzahl der Garagenplätze erzielt werden. Diesbezüglich wurde nunmehr auch das aktualisierte Mobilitätskonzept Messequadrant im Gemeinderat beschlossen. Leider gibt es zur Unterführung des ÖBB-Bahnüberganges auf Höhe der Fröhlichgasse weiterhin keinen konkreten Zeitpunkt für die mehr als dringend erforderliche Umsetzung.

Seit dem Jahre 2004 wurde in mehreren Verkehrsgutachten dargestellt, dass die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes im Bereich von der Messe Graz bis zum Liebenauer Stadion an ihrer Grenze angelangt ist und dass es auch häufig zu Überlastungen speziell bei Großveranstaltungen kommt. In diesem von der Zivilingenieurgemeinschaft Sammer&Partner erstellten Fachgutachtens wurde schon damals ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens im Messequadrant empfohlen.

Der Bezirksrat Jakomini hat seit mehr als 10 Jahren versucht auf diesen problematischen Verkehrsknotenpunkt aufmerksam zu machen und die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen seitens der Stadt Graz in die Wege zu leiten. Im zuletzt einstimmig beschlossenen Antrag des Bezirksrat Jakomini wurde vom 22. Oktober 2018 wurde festgestellt:

„Die massiven Bauinvestitionen der vergangenen Jahre im Messequadrant (Stichwort: StyriaMediaCenter, Siedlungsanlage MesseQuartier, Wohnkomplex BlueShipOne, Polizeistation Jakomini und Ostbahnhouse) und die derzeit in Bau befindlichen Projekte  MerkurCampus und das Wohnanlage CityGate GrazOst beim Liebenauer Stadion werden die ohnehin angespannte Verkehrssituation am Kreuzungspunkt Fröhlichgasse/Conrad-von-Hötzendorf-Straße weiter verschärfen. Dazu gehört natürlich auch die in nächster geplante Verbauung des Messeparkplatzes mit einem gewaltigen Wohn-/Bürokomplex samt einer Tiefgarage mit 1.500 Stellplätzen.“

Mit dem nunmehrigen Abschluss des Mobilitätsvertrages Messequadrant und der Beschlussfassung am 04. Juli 2019 im Gemeinderat wurde ein wichtiger Schritt in Bezug auf die Bewältigung der Verkehrsmobilität rund um den Messequadrant getan. Nunmehr kann das Bauprojekt „Messeparkplatz Fröhlichgasse“ in die konkrete Detailplanungsphase gehen und das erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfverfahren in die Wege geleitet werden.

Die Fixierung der maximalen Stellplatzgröße auf 1.500 Tiefgaragenplätze ist ein Kompromiss zwischen der von der Messe Graz für ihren Veranstaltungsbetrieb geforderten weit höheren Stellplatzzahl und der Notwendigkeit, durch den Bau einer Großtiefgarage am Messestandort nicht noch mehr Pendlerverkehr in den Innenstadtergänzungsraum Messequadrant anzuziehen. In Bezug auf die Bewältigung der derzeit mehr als angespannten Verkehrssituation im Messequadrant sind nach wie vor umfassende infrastrukturelle Begleitmaßnahmen erforderlich.

Endlich ist das seit Jahren geforderte elektronische Verkehrsleitsystem vom Messequadrant beginnend bis zum Vekehrsknotenpunkt Murpark nunmehr im Mobilitätsvertrag verpflichtend enthalten. Dies ist ein entscheidender Schritt zur Steuerung des Verkehrsaufkommens aus dem Osten von Graz, da zukünftig die Autofahrer schon im Bereich der Stadteinfahrt der Liebenauer Tangente darüber informiert werden, wie hoch die noch freien Garagenstellplätze in der Tiefgararage Murpark, im Liebenauer Stadion und der Messegarage sind. Dies sollte hoffentlich dazu führen, dass der Parkplatzsuchverkehr im Messequadrant insbesondere bei Veranstaltungen in der Stadthalle bzw. Messe Graz entscheidend reduziert wird und die Autofahrer auf direktem Weg in eine der drei Tiefgaragen einfahren.

Dennoch fehlt laut Bezirksvorsteher Klaus Strobl nach wie vor eine zweite dringend erforderliche Infrastrukturmaßnahme: Der Bau der Bahnunterführung auf Höhe der Fröhlichgasse. Der häufig geschlossene Bahnübergang Fröhlichgasse am Ostbahnhof führt vor allem in den Spitzenaufkommen der täglichen Ein- und Auspendler im Früh- und Abendverkehr dazu, dass sich innerhalb kürzester Zeit enorme Rückstaus über die Conrad-von-Hötzendorf-Straße, Schönaugürtel bis zur Grazbachgasse zurückreichend bilden. Diese Kritik an dieser seit Jahren anstehenden Investition wurde auch in der Ausschusssitzung für Verkehrsplanung am 03. Juli 2019 entsprechend deponiert und erneut eingefordert. Bürgermeister Siegfried Nagl hat mittlerweile zugesagt, dass er die ÖBB Österreichische Bundesbahnen zu einem Gespräch nach Graz einladen wird, um konkrete Planungshorizonte für den Bau der Bahnunterführung sowohl im Bereich des Liebenauer Stadions als auch beim Ostbahnhof in Erfahrung bringen zu können. Spätestens zum Zeitpunkt des Baubeginns der Tiefgarage am Messeparkplatz Fröhlichgasse sollte auch die Umsetzung dieser Bahnunterführung erfolgen.

Es wird weiterhin in den nächsten Jahren dem Brennpunkt Messequadrant viel an Anstrengungen der Stadt Graz bedürfen, um die notwendigen verkehrsplanerischen Maßnahmen in Bezug auf Infrastruktur im Messequadrant in vollem Umfang umzusetzen. Und der Bezirksrat Jakomini ist gefordert, diese Bahnunterführung immer wieder aufs Neue einzufordern. Auch hier muss das oberste Leitbild für den Messequadrant lauten, dass die Lebensqualität der im Bezirk wohnenden und arbeitenden Menschen Vorrang vor einem bloßen Transitraum für Einpendler samt täglichem Verkehrsinfarkt haben muss.