Start der Bürgerbeteiligung für den Augartenpark noch im heurigen Jahr?

Im Augarten wurde im Jahre 2019 im Bereich der ehemaligen Hügellandschaft nördlich des Augartensteges die „Augartenabsenkung“ gebaut, eine ca. 6000 m² große Geländeabsenkung in Form einer Bucht. Vom Gemeinderat der Stadt Graz wurde am 08. Juli 2018 beschlossen, dass im Anschluss an diese Neugestaltung eine Bürgerbeteiligung „Masterplan Augarten“ stattfinden soll, die eine Neuordnung der Spiel-, Sport- und Gastronomiefunktionen im Augartenpark zum Thema hat. Im heurigen Jahr sollte dieses Bürgerbeteiligungsverfahren nun starten. Durch die Veranstaltungsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie scheint dies nun gefährdet.


Die Augartenabsenkung stellt einerseits eine großzügige Anbindung des Augartens an den Uferbereich der Mur dar und andererseits bieten vielfältig nutzbare Terrassen sowie flache Böschungen mit Sitz- und Liegemöblierung eine attraktive Ergänzung der Spiel- und Erholungsmöglichkeiten. An eine großzügige Flachuferzone schließt sich die Bucht mit einer Breite von ca. 90 m und ca. 70 m Länge als Naturarena an („Murarena“).

Quelle: Graz Museum – Idyll vom Augarten gegen Grieskai

Zugungsten der Bucht musste der Spielplatz für ältere Kinder mit Hügeln, Hängebrücke, Spielhäusern, Alurutsche und Flying Fox abgebaut werden. Durch diese baulichen Veränderungen ergab sich die Notwendigkeit, einzelne Funktionen (Rad- und Fußverkehr, Kinderspiel, Gastronomie) im Park teilweise neu zu organisieren. Dies wird im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens „Masterplan Augarten“ gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und ein Umsetzungsplan erstellt werden.

Der Beteiligungsprozess dient dazu Defizite und Veränderungsoptionen aufzuspüren und diese mit NutzerInnen des Parks zu diskutieren. Aus dieser Diskussion sollen Verwaltung und Politik einen bestmöglichen Überblick über die (unterschiedlichen) Perspektiven, Interessenlagen und Bedürfnisse der verschiedenen NutzerInnengruppen bekommen, um anschließend eine Feinjustierung von Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten im Park vornehmen zu können.

Folgende Veränderungsoptionen sollen mit der Bevölkerung diskutiert werden:

  • Welche Ruhe- oder Bewegungsangebote und Spielfunktionen fehlen? Welche weiteren Nutzungsoptionen sollen einen Platz finden?
  • Zusätzliches Gastronomieangebot versus konsumfreier Raum: Von manchen werden zusätzliche Gastroangebote gewünscht; manche befürchten durch Gastronomie eine Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und dass öffentlicher Raum verloren geht, der ohne Konsumzwang genutzt werden kann. Die Möglichkeiten und Grenzen zusätzlicher Gastronomieangebote sollen in der Diskussion ausgelotet werden.
  • Eingeschränkte Veränderungsoptionen gibt es beim Kleinkinderspielplatz: Dieser soll grundsätzlich mit seinen Spielgeräten, Lage und Flächenausmaß erhalten bleiben,
    Adaptierungen wie z.B. die Einrichtung eines Wasserspielplatzes, sind jedoch möglich.

Folgende Beteiligungsangebote wird es geben:

  • Informativer Spaziergang (Begehung) vor Ort mit BürgerInnen
  • 1. Veranstaltung (ev. anschließend an den Spaziergang): Informations- und Diskussionsveranstaltung bei der anhand eines aktuellen Lageplans über mögliche zusätzliche
    Angebote und Funktionen diskutiert werden kann.
  • Kinderworkshop
  • 2. Veranstaltung: Präsentation und Diskussion eines erarbeiteten Planentwurfes

Es wird voraussichtlich nicht ein Ergebnis geben, sondern die Ergebnisse aus dem Dialog werden erfahrungsgemäß unterschiedliche und zum Teil auch gegensätzliche Anliegen, Bedürfnisse, Ideen beinhalten. Die Ergebnisse werden nach der ersten Veranstaltung und dem Kinderworkshop von der Abteilung für Grünraum und Gewässer in Zusammenarbeit mit dem externen Planungsbüro auf Machbarkeit und Kosten geprüft. Ein daraus entstehender Planentwurf der Verwaltung wird in der zweiten Veranstaltung präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Anschließend wird ein Entwurf der Verwaltung als Empfehlung an die zuständigen politischen Gremien abgegeben und die abschließende Umsetzungsentscheidung erfolgt im dafür zuständigen politischen Gremium. Die Politik wird auch über Meinungen aus dem Beteiligungsprozess informiert, die von der Empfehlung abweichen. Die Information über die Umsetzungsentscheidung wird auf der Homepage der Stadt Graz veröffentlicht.

Im Zuge der Ausgangs- und Veranstaltungsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie musste nun der für Anfang Mai 2020 geplante Start des Bürgerbeteiligungsprozesses verschoben werden. Wir hoffen dennoch, dass das Beteiligungsverfahren noch im heurigen Jahr starten kann.

Quellen:
2018.08.03_Vorhabensliste Stadt Graz_Muruferabsenkung
2019.01.28_Bezirksrat Jakomini_Bürgerbeteiligung Augarten offen
2019.08.20_Abteilung Grünraum_Augarten_Beteiligungskonzept